Fahrvergnügen auf alpinen Routen im Aostatal

Ob Cabrio- oder Motorradliebhaber: Für die typischen „Saisonkennzeichen“ bietet die kleinste Region Italiens großes Fahrvergnügen auf alpinen Routen. Die Routen bieten viel Abwechslung, punkten mit wenig Verkehr und Panoramastraßen wie aus dem Bilderbuch.

Drei besondere Routen führen vom Pass des Großen St. Bernhard nach Aosta, von Point-Saint-Martin im Südosten des Aostatals nach Champorcher oder von Saint-Pierre im Herzen des Tals nach Valsavarenche im Nationalpark Gran Paradiso. Die Routen eignen sich sowohl für kurze Tagesausflüge als auch für mehrtägige Touren mit Übernachtungen in reizvollen Unterkünften.

Fahrvergnügen auf alpinen Routen im Aostatal vom Großen St. Bernhard nach Aosta

Aus der Schweiz kommend erreicht man das Aostatal. Die Überquerung der Pässe Großer Sankt Bernhard (2473 Meter) und Saint-Rhémy-en-Bosses mit ihren atemberaubenden Steilhängen und fantastischen Bergpanoramen bleibt wie kaum eine andere Strecke in Europa im Herzen jedes Fahrers, Fahrvergnügen auf alpinen Routen eben! Der wichtige Passübergang wurde schon sehr früh genutzt, wie zahlreiche archäologische Funde belegen.

Der Heilige Bernhard errichtete hier im 11. Jahrhundert sein großes Hospiz, das vielen Wanderern als Zufluchtsort und Herberge diente. Hinter seiner Statue kann man noch die alte Römerstraße erkennen, die in den Fels gehauen wurde.

Fahrvergnügen auf alpinen Routen
Der Großer Sankt Bernhard ist einer der wichtigsten Pässe in den Alpen ©Enrico Romanzi

Auf dem Pass des Großen St. Bernhard liegt auch die erste Etappe dieses Fahrvergnügens auf alpinen Routen. Hier thront eines der ältesten Hotels Italiens, das Albergo Italia. Der nächste Halt könnte zum Beispiel Saint-Rhémy-en-Bosses sein. Hier wird der berühmte Jambon de Bosses hergestellt, eine gastronomische Rarität, die schon im Mittelalter sehr geschätzt wurde. Dieser köstliche Rohschinken wird jedes Jahr am zweiten Sonntag im Juli mit einem großen Fest gefeiert. Bevor man Aosta erreicht, lohnt sich ein Halt im malerischen Dorf Doues. Es liegt auf halber Berghöhe und bietet eine fantastische Lage für kurvenreiches Fahrvergnügen.

Fahrvergnügen auf alpinen Routen von Pont-Saint-Martin nach Champorcher

Für Liebhaber von Steigungen und Kurven ist diese Route ideal. Die Straße ist angenehm zu fahren und hat einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad mit weiten Kurven und vielen Geraden. Die berühmte Brücke von Pont-Saint-Martin ist ein historisches Meisterwerk aus der Römerzeit, das man von der Piazza IV Novembre aus bewundern kann, die auch der Ausgangspunkt der Radtour ist. Das Bauwerk wurde im ersten Jahrhundert v. Chr. in einem einzigen 22 Meter hohen Bogen mit einer Spannweite von 32 Metern errichtet und ist damit eine der größten Brücken, die die Römer je gebaut haben.

Fahrvergnügen auf alpinen Routen
Feinschmecker kommen im Aostatal mit dem Schinken Jambon de Bosses und Weinen auf ihre Kosten

Für Feinschmecker bietet sich das kleine Dorf Donnas hinter Pont-Saint-Martin als erste Übernachtungsstation an. Der kleine Ort liegt am Fuße der Weinberge und gibt einem berühmten Wein seinen Namen. Er ist leuchtend rot, weich im Geschmack, leicht mandelartig und etwas bitter. Der Donnas ist nicht nur der älteste Wein des Aostatals, sondern auch der erste, der 1971 das Qualitätssiegel D.O.C. erhielt.

Das Champorcher Tal und die lebendige Tradition der Hanfweberei

Weiter geht es mit dem Fahrvergnügen auf alpinen Routen: Die Straße führt steil bergauf durch ein faszinierendes, wildes Tal zwischen dichten Lärchenwäldern. Am Ende erreicht man Champorcher. Dort lohnt sich ein Besuch der örtlichen Geschäfte, die eine Tradition wiederbelebt haben: das Weben von Hanfstoffen. Der Hanfanbau war in der Gegend von Chambave und in anderen Dörfern des unteren Tals sehr verbreitet. Die verwendeten Webstühle waren im Allgemeinen aus Lärchenholz und mit Leinenfäden bespannt. Ein sehr gut erhaltener Webstuhl kann in Chardonney besichtigt werden.

Fahrvergnügen auf alpinen Routen
Im Aostatal ist die Hanfweberei eine lebendige Tradition ©Enrico Romanzi

Diese stimmungsvolle Tour führt vom mittelalterlichen Dorf Saint-Pierre ins Herz des Nationalparks Gran Paradiso. Diese Strecke ist besonders für Liebhaber der Natur und massiver Bergketten geeignet.

Fahrvergnügen auf alpinen Routen im Tal Valsavarenche

Introd, ein Bauerndorf auf 880 Meter Höhe, verdankt seinen Namen dem italienischen Wort „Interaquas” (zwischen den Gewässern). Das Dorf liegt nämlich auf einer Hochebene mit zwei seitlichen Steilhängen, an denen auf der einen Seite der Fluss Dora di Rhêmes und auf der anderen Seite der Fluss Savara (auch Dora di Valsavarenche genannt) vorbeifließt. In Introd gibt es einige kulturelle Sehenswürdigkeiten wie das ethnographische Museum Maison Bruil oder das Schloss Introd, das im 15. Jahrhundert mit seiner abgerundeten polygonalen Form einzigartig in der Region war. Direkt daneben steht das im valdostanischen Stil erbaute Bauernhaus Ola, das seinerzeit als Reitstall und Strohscheune diente.

Von Introd aus führt eine Straße durch das Tal Valsavarenche hinauf zum Fuß des Gran Paradiso, dem einzigen italienischen Viertausender. Der Gran Paradiso ist 4.061 Meter hoch und liegt vollständig auf italienischem Staatsgebiet und der Anblick ist sicher eines der Höhepunkte dieses Fahrvergnügens auf alpinen Routen

Eine tagesaktuelle Übersicht über die Befahrbarkeit aller Alpenpässe wird auf unserem Pässeportal angeboten.

Das könnte dir auch gefallen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Entdecke mehr von ALPENJOURNAL – das Alpenportal

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen