Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn

Am 29. Oktober 2022 startet ein Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 175. Geburtstag der Schweizer Bahnen schaltet in Preda das Signal für den 1.910 Meter langen Zug auf Grün. Einen längeren Personenzug gab es weltweit in der weit zurückreichenden Geschichte der Bahn noch nie. Er setzt aber nicht nur mit der gigantischen Länge einen Superlativ: Nie zuvor hat ein solcher Zug das Hochgebirge durchquert. Die Reise auf einer Schmalspurbahn geht durch enge Kurven, zahlreiche Tunnel und über Viadukte und Brücken.

Die Fahrt auf Rekordniveau

Der Zug mit 25 „Capricorn“-Triebzügen, die über 100 Personenwagen verfügen, fährt auf der UNESCO Welterbestrecke Albula/Bernina von Preda bis Bergün. Dort durchfährt der XXL-Zug der Rhätischen Bahn die Kehrtunnel; auch das weltberühmte Landwasserviadukt gehört zur Strecke. Für den übrigen Verkehr gilt die Verbindung zwischen Preda und Bergün während der Fahrzeit als gesperrt. Die Geschwindigkeit auf der Strecke mit einer Länge 24,93 Kilometern und über 789 Höhenmetern liegt zwischen 30 und 35 Kilometer pro Stunde. Damit dauert die Rekordfahrt voraussichtlich 46 Minuten.

Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn
Die Verantwortlichen sind zuversichtlich und präsentieren die Lok im Miniformat ©Rhätische Bahn AG

Die Energieversorgung erfolgt nachhaltig mit 100 Prozent Bündner Wasserkraft. Für eine uneingeschränkte und problemlose Fahrt sorgen sieben zusätzliche Lokführer und insgesamt 21 Techniker. Sie stehen vor so einigen Herausforderungen, denn sie beschleunigen und bremsen alle 25 Züge gleichzeitig. Die Mitarbeiter kommunizieren über die rund zwei Kilometer Zuglänge mit einem Feldtelefon, die Einsatzfähigkeit liegt beim Zivilschutz. Mit an Bord gehen 150 Ehrengäste sowie weitere 4.400 rekordbegeisterte Bahnfans.

Das Albulatal feiert den Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn

Rund um die Rekordfahrt wartet in Bergün ein Festgelände auf Gäste und Einheimische. Die Anreise ist ausschließlich mit dem Zug möglich, die maximale Besucherzahl liegt bei 3.000. Entlang der Strecke entstehen insgesamt vier Viewpoints und auf dem Festgelände gibt es eine Übertragung. Die Zuschauer erhalten ein umfassendes Bild aus unterschiedlichen Perspektiven. Dafür sorgen sowohl Drohnen als auch Kameras aus dem Führerstand und entlang der Strecke. Zum Rahmenprogramm rund um den Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn gehören auf dem Festgelände auch ein Bahndorf, musikalische Unterhaltung, Comedy und Gastronomie.

Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn
Der geplante Streckenverlauf der Albulalinie ©Rhätische Bahn AG

Die Tickets sind bereits alle ausverkauft. Doch da der Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn per Livestream übertragen wird, haben Interessierte dennoch die Gelegenheit dabei zu sein.

Zahlen und Fakten zum Weltrekordversuch der Rhätischen Bahn

  • 24.930 Meter lang ist die Weltrekordstrecke von Preda bis Alvaneu
  • 789.4 Höhenmeter (Preda = 1788.7 m ü.M.; Alvaneu = 999.3 m ü.M.) werden überwunden
  • Geschwindigkeit: 30 bis 35 km/h 
  • Die Rekordfahrt dauert rund 46 Minuten 
  • Der Zug setzt sich aus 25 Kompositionen mit jeweils vier Wagen der neuen Capricorn-Triebzüge zusammen und ist total 1,91 Kilometer lang
  • Rund 2990 Tonnen beträgt das Gewicht 
  • Die Kommunikation innerhalb des Zuges wird mittels eines fast 2 Kilometer langen Feldtelefonsvom Zivilschutz sichergestellt
  •  Zusätzlich werden im Zug 7 Lokführer und 21 Techniker eingesetzt, um den Zug fahren zu können
  • Der Albulatunnel wird während rund 12 Stunden für den Bahnverkehr gesperrt sein.

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